Dienstag, 26. September 2017

Böser Rückschlag für LSC


Fussball: Verbandsligist kommt gegen den bisher punktlosen Tabellenletzten SV Herschberg nicht über ein 2:2 hinaus

Von Thomas Leimert


Ludwigshafen. Fußball-Verbandsligist Ludwigshafener SC tritt auf der Stelle. Statt den Anschluss ans hintere Mittelfeld herzustellen, hat es dem Team gegen den biederen SV Herschberg nur zu einem 2:2 (1:2) gereicht, das zudem glücklich war.

Trainer Michael Drese hatte im Vorfeld der Partie darauf hingewiesen, dass eine Leistung wie beim überraschenden 4:3-Erfolg in Zeiskam öfter kommen müsse. Stichwort: Konstanz. Deshalb hatte er dem erfolgreichen Team eine neue Chance eingeräumt. Nur der erkrankte Erik Rehhäußer wurde von Jan Drese ersetzt, der überraschend im defensiven Mittelfeld auflief. Damit hatte der Coach sechs offensive Akteure aufgeboten.Der LSC fand in einer Partie, die kein Verbandsliga-Niveau hatte, keine Einstellung. „Eigentlich hätten wir vor Selbstvertrauen strotzen müssen. Aber den erhofften Aufwind gab es nicht“, bemängelte Michael Drese. In der ersten Hälfte seien ja zumindest noch Ansätze zu sehen gewesen. Da mussten die Gastgeber aber einem frühen Rückstand hinterherlaufen. Jan Drese war etwas übermotiviert in einen Zweikampf gegangen und traf Jannick Rinner. Den Elfmeter verwandelte André Hampel zum 0:1 (8.).
Die Ansätze, die der Übungsleiter meinte, führten zu vier Chancen, wobei die Jubin-Brüder Prince und Julien mit ihrer Schnelligkeit immer wieder Lücken rissen. Das 1:1 war aber nicht herausgespielt, sondern fiel nach einem Freistoß von Ali Aydin mit einem Kopfballtor von Prince Jubin (26.). Der Genickschlag folgte mit der letzten Aktion vor der Pause. Nach einer Ecke herrschte totale Konfusion, die erneut Hampel zum 2:1 für den Gast nutzte. „Dieses Tor hat uns heruntergezogen. Bei Standards haben wir viel zu wenig Spannung. Mehr als eine intakte Moral können wir heute nicht auf der Habenseite verbuchen“, sagte Innenverteidiger Denis Jolic. „Ich vermisse bei Eckbällen die Handlungsschnelligkeit und Konzentration“, ergänzte LSC-Sportchef Jakob Brunn.

Nach dem Wechsel stolperte eine total verunsicherte Elf über den Rasen. Die Mannschaft machte einfachste Dinge falsch, lieferte slapstick-artige Einlagen. Es gab keinen Druck, keine Chancen. „Wir sind fast eingeschlafen“, drückt es Spielleiter Karl-Heinz Daubmann drastisch aus. Der SVH hatte nicht viel zu bieten, aber der LSC schaffte es, noch schwächer zu agieren. „Das war eine Katastrophe. Am Ende müssen wir froh sein, noch einen Punkt geholt zu haben“, klagte Trainer Drese. Das 2:2 gelang dem einzigen guten Akteur, Denis Jolic, mit einem wuchtigen Kopfball nach der elften LSC-Ecke. „Wir schaffen es nicht, zwei-, dreimal am Stück gut zu spielen. Das war ein Absturz“, resümierte der enttäuschte Coach.

So spielten sie

Ludwigshafener SC: Wiegand - Mihaljevic, Dominik Jolic (45. Denis Jolic), Aydin, Terzi - Drese - Prince Jubin, Taher, Shala, Julien Jubin - Moldoveanu (64. Yildirim).