Dienstag, 28. November 2017

Der Blick geht Richtung Landesliga FUSSBALL-VERBANDSLIGA INTERN: Dem Ludwigshafener SC fehlt es an Qualität


VON THOMAS LEIMERT

LUDWIGSHAFEN. Die Hoffnungen schwinden immer mehr. Nach der 0:1-Heimniederlage gegen den Lokalrivalen FC Arminia Ludwigshafen droht dem Verbandsligisten Ludwigshafener SC der Abstieg. Es ist ein Niedergang in Raten.

Seit zehn Jahren spielt der LSC in der Liga und ist gemeinsam mit dem TB Jahn Zeiskam der Verbandsliga-Dino. In den vergangenen Spielzeiten ging es regelmäßig gegen den Abstieg, die Rettung gelang oft erst auf den letzten Drücker. So lag das Team in der Serie 2016/17 im Entscheidungsspiel um den Ligaverbleib gegen Rodenbach bis zur 89. Minute 0:1 zurück, siegte aber noch 2:1 und zog so den Kopf aus der Schlinge. Schon in den Punktspielen zuvor bestach das Team mit unerschütterlichen Moral, holte Rückstände auf und erzielte einige späte Tore.Das klappt in dieser Saison kaum noch. „Die Qualität ist nicht mehr so hoch, das macht sich bemerkbar“, erklärt Trainer Michael Drese. Der LSC hatte etliche Leistungsträger verloren, Spieler mit guter Mentalität, die vornehmlich von Akteuren aus dem eigenen Nachwuchs ersetzt wurden. Die Junioren erfüllen ihre Aufgabe zwar ordentlich, können aber die Lücken nicht schließen. „An ihnen kann man die Misere nicht festmachen. Sie bräuchten die Führung der Erfahrenen, aber die haben mit sich selbst zu tun“, verdeutlicht Drese.
Ausfälle aus beruflichen Gründen, Verletzungen und Sperren sorgen dafür, dass aus dem Kreis der „Unersetzlichen“ immer wieder Spieler wegbrechen. Sie müssen von Akteuren ersetzt werden, die zwar willig, fleißig und ersatzfreudig sind, aber nur bedingt Verbandsliga-Niveau haben. „Das kann man mal ein, zwei Spiele kompensieren, aber auf Dauer geht das nicht“, weiß der Trainer, dem leistungsstarke Alternativen fehlen.

Gegen den FC Arminia zeigte die Mannschaft zwar ein gute, taktisch disziplinierte Leistung, doch am Ende standen die Hochfelder wieder mit leeren Händen da. Es war bereits die siebte Heimniederlage. Und auswärts ist der LSC nur Kanonenfutter. Von den zurückliegenden 31 Partien vor fremdem Publikum seit Oktober 2015 wurde nur eine gewonnen. Auch wenn noch fast die komplette Rückrunde zu spielen ist, gehen die Chancen des LSC auf eine elfte Verbandsliga-Saison in Folge gegen null. Deshalb sind die Verantwortlichen gut beraten, frühzeitig für die Landesliga zu planen. Dass es auch dort kein Zuckerschlecken geben wird, zeigen viele Beispiele von Teams, die durchgereicht wurden. „Ohne schon aufzugeben stellen wir uns darauf ein, dass es in der Landesliga weitergeht“, ist Sportchef Jakob Brunn realistisch.